Relaunch der Forschungsdatenbank des Landes Rheinland-Pfalz
Die Forschungsdatenbank Rheinland-Pfalz wurde 1996 vom
MBWJK (dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur) ins Leben gerufen. Sie dient als zentrale Sammelstelle zur Erfassung und Koordination von Forschungsberichten und hat seit ihrer Errichtung die bis dahin üblichen Berichte in Papierform abgelöst. Darüber hinaus ist sie Literaturdatenbank und erfüllt gleichzeitig den Zweck eines "Who is Who" für einen Teil der zwölf zugehörigen Hochschulen.
Die in der Datenbank gespeicherten Informationen haben sich bewährt und sind im Vergleich mit Forschungsdatenbanken anderer deutscher Bundesländer noch immer richtungsweisend. Aufgrund des wachsenden Informationsbedarfs verschiedener Zielgruppen und der innerhalb des letzten Jahrzents stark weiterentwickelten Technik sieht sich die Forschungsdatenbank jedoch mit einigen Problemen konfrontiert. Die Codebasis ist nicht mehr auf dem Stand der Zeit und zu schlecht dokumentiert. Die Bedienbarkeit lässt sowohl auf Seiten der Wissenschaftler wie auch seitens der interessierten Benutzer in gewissen Bereichen zu wünschen übrig. Die Aktualisierung der Daten ist oftmals aufwändig und die Sichtbarkeit nach außen zu wenig gegeben. Es fehlen Schnittstellen zu internationalen Standards, um die gesammelten Informationen der Scientific Community, Interessenten aus dem Technologietransfer und einer breiteren Allgemeinheit zugänglich zu machen.
Aufgrund der technischen Mängel stellt die Erweiterung des bestehenden Systems kein gangbares Szenario dar. Auch die Anpassung eines externen Systems ist kaum möglich, da sich kein existierendes System als unmittelbar geeignet erwiesen hat. Deshalb ist es die Aufgabe des ZTT, die Forschungsdatenbank von Grund auf neu zu entwickeln und ein Konzept zur nachhaltigen Pflege zu bieten.
Je nach Hochschule sind derzeit zwischen 5% und 70% der Wissenschaftler/-innen in der Datenbank enthalten. Um die möglichst vollständige Erfassung aller Personen zu erreichen, benötigt die Datenbank eine hohe Akzeptanz im Wissenschaftsbereich. Dies kann u. a. durch Anreize wie die Sichtbarkeit der eigenen Forschungs- und Publikationstätigkeit in der Scientific Community und in der Allgemeinheit gefördert werden. Das Verhältnis von Mehrwert zu Aufwand wird verbessert, indem Schnittstellen zur Datennutzung für eigene Webseiten und Webseiten der Fachbereiche und Institute wie auch anderer Berichte etabliert werden. Die erfassten Daten sollen einer möglichst großen Zahl der schon bestehenden und künftig entstehenden fachspezifischen Portale (z.B.
vascoda) zur Verfügung stehen. In den kommenden Jahren werden derartige Portale auch auf EU-Ebene zunehmende Bedeutung erlangen. Die Bestände der alten Datenbank müssen also möglichst vollständig übernommen und gegebenenfalls angepasst werden, um internationalen und europäischen Standards für den Austausch von Forschungsinformationen (Common European Research Information Format - CERIF) zu genügen. Auch die Transparenz für Internetsuchmaschinen wie Google wird verbessert, um aus der nicht überschaubaren Anzahl von Treffern, die Suchanfragen nach wissenschaftlichen Fachgebieten oder Teildisziplinen oft liefern, direkt nutzbare Ergebnisse anzubieten.
Nicht zuletzt wird die Forschungsdatenbank um den Bereich Wissens- und Technologietransfer erweitert. Hierzu arbeitet das ZTT eng mit dem Transferwissensnetz der rheinlandpfälzischen Hochschulen zusammen. Interessenten aus der Wirtschaft können sich über laufende oder geplante Projekte und Forschungen informieren und direkt mit den Wissenschaftlern Kontakt aufnehmen, um geeignete Projekt-Partner aus den Hochschulen zu finden.
Unter dem Arbeitstitel "SciPort" entsteht nun am ZTT die neue Forschungsdatenbank des Landes Rheinland-Pfalz. Entwickelt wird sie in Rails, einem Ruby Framework, das speziell für datenbankgestützte Webanwendungen ausgelegt ist. Ruby ist eine moderne, objektorientierte Programmiersprache, die ursprünglich aus Japan stammt und sich auch in Europa wachsender Beliebtheit erfreut.
SciPort ist seit März 2010 online. Die Quantität und Qualität der Daten konnte inzwischen stark gesteigert werden. Die Datenqualität der Publikationen wird durch eine nachträgliche Überprüfung und Korrektur der Datensätze durch Fachpersonal der Universitätsbibliothek Mainz gewährleistet. Auch die Besucherzahlen von SciPort entwickeln sich positiv. So konnten 22.180 Besucher bis Ende 2010 gezählt werden.
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